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SachbezugIndex

Quellen: EStG, SvEV, BMF, BaFin, BFH, DRV

Abrechnung

Abrechnung und Prüfung: Was beim Sachbezug dokumentiert sein muss

Aufzuzeichnen ist beim Sachbezug ausdrücklich eine pauschal besteuerte Größe: die nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und § 40b EStG pauschal besteuerten Bezüge und die darauf entfallende pauschale LohnsteuerLStR 2023 · 2023 gehören nach R 41.1 Abs. 1 LStR 2023 in der Regel in das Lohnkonto, das für jeden Arbeitnehmer zu führen ist. Geprüft wird dagegen eine Summe und kein Einzelfall: zusammenzurechnen sind die in einem Kalendermonat zufließenden und nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewertenden Vorteile, auch soweit hierfür Lohnsteuer nach § 39b Abs. 2 und 3 EStG einbehalten worden ist. Beitragsrechtlich ist die Frage, die das Feld mit einer Wendung wie „in der Regel“ überbrückt, in einem Satz auflösbar: § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV erklärt § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG für entsprechend anwendbar,SvEV § 3 · 2026 und zwar für Sachbezüge, die nicht Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung sind. Umgekehrt sind die amtlichen Sachbezugswerte lohnsteuerlich ausnahmslos maßgebend, auch gegenüber einem abweichenden tarif- oder arbeitsvertraglichen Wert. Und was eine Prüfung aufgreift, ist belegbar: eine Lohnsteuer-Außenprüfung rechnete eine Versand- und Handlingspauschale dem Wert der Sachzuwendung hinzu,BFH VI R 32/16 · 2018 und Streitgegenstand war anschließend ein Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid.

Stand:

Die Lohnsteuer-Richtlinien 2023 werden auf dieser Seite in der Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22 zitiert, also in dem von der Bundesregierung vorgelegten Text. Ein Zustimmungsdatum des Bundesrates und die Fundstelle der im Bundessteuerblatt verkündeten Fassung stehen in diesem Dokument nicht. Die Anwendungsregel steht in seiner Einführung: sie treten am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft und sind ab dem 1. Januar 2023 anzuwenden.LStR 2023 · 2023 Die Abkürzung in R 8.1 Abs. 3 Satz 1 lautet dort „i S. d.“, ohne den Punkt hinter dem i;LStR 2023 · 2023 dieselbe Abkürzung erscheint im Dokument 81-mal in der Form „i. S. d.“ und genau einmal abweichend. Sie wird unten in der Originalform mit dem Zusatz [sic] geführt.
Die Prüfung der Freigrenze in einem Kalendermonat: was zusammengerechnet wird, was außer Ansatz bleibt, und unter welcher Bedingung
Vorgang oder VorteilBehandlung bei der Prüfung der FreigrenzeFundstelleModalität im WortlautJahrgang des Textes
Vorteile, die in einem Kalendermonat zufließen und nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten sind, gemindert um einen Bewertungsabschlag nach § 8 Abs. 2 Satz 12 EStGZusammenzurechnen, auch soweit dafür bereits Lohnsteuer nach § 39b Abs. 2 und 3 EStG einbehalten wurdeR 8.1 Abs. 3 Satz 2 LStR 2023„sind … zusammenzurechnen“LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Vorteile, die nach §§ 37b, 40 EStG pauschal versteuert werdenBleiben außer AnsatzR 8.1 Abs. 3 Satz 1 LStR 2023„bleiben … außer Ansatz“LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Vorteile, die nach § 8 Abs. 2 Satz 2 bis 10 oder Abs. 3, § 3 Nr. 39 oder nach § 19a EStG zu bewerten sindBleiben ebenfalls außer AnsatzR 8.1 Abs. 3 Satz 3 LStR 2023„Außer Ansatz bleiben“LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Gutscheine und Geldkarten „i S. d.“ [sic] § 8 Abs. 1 Satz 3 EStGFreigrenze nur bei Gewährung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten ArbeitslohnR 8.1 Abs. 3 Satz 1 LStR 2023 und § 8 Abs. 4 EStG„gilt … nur, wenn“LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Monatlich überlassene Zeitfahrkarte oder monatliche Fahrberechtigung für ein Job-Ticket, das für einen längeren Zeitraum giltFreigrenze anwendbar, soweit nicht § 3 Nr. 15 EStG anwendbar istR 8.1 Abs. 3 Satz 4 LStR 2023„ist … anwendbar, soweit nicht“LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Sachzuwendungen bis 80 Euro für Verbesserungsvorschläge, Unfallverhütung und ArbeitsschutzKein Gegenstand der Freigrenze, sondern eine Durchschnittsbewertung im Beitragsrecht§ 3 Abs. 3 Satz 4 SvEV„können … angesetzt werden“SvEV mit Stand 16. Januar 2026; der Wortlaut nennt kein Kalenderjahr

Die Spalte Behandlung beantwortet ausschließlich die Frage nach der Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Die Prüfmechanik steht in der Richtlinie, die Höhe der Grenze im Gesetz: R 8.1 Abs. 3 LStR 2023 nennt keinen Betrag, und die beiden Vorkommen von „50 €“ im Richtlinientext betreffen unter R 40.2 Barzuschüsse für die Internetnutzung, also ein anderes Regime mit anderer Population. Die 80 Euro der letzten Zeile sind weder eine Freigrenze noch ein Freibetrag; der Vergleich der Grenzen steht auf der Seite zu den Abgrenzungen.

Aufzeichnung im Lohnkonto und in der Entgeltabrechnung: was angeordnet, was zugelassen und was vorausgesetzt ist
GegenstandWas die Vorschrift anordnetFundstelleModalität im Wortlaut
Pauschal besteuerte Bezüge nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und § 40b EStG samt der darauf entfallenden pauschalen LohnsteuerAufzuzeichnen in dem für jeden Arbeitnehmer zu führenden LohnkontoR 41.1 Abs. 1 LStR 2023„i. d. R.“
Ausnahmen von der Aufzeichnung im LohnkontoZulässig durch das Betriebsstättenfinanzamt, wenn die Möglichkeit zur Nachprüfung in anderer Weise sichergestellt istR 41.1 Abs. 2 LStR 2023 und § 4 Abs. 3 Satz 1 LStDV„kann … zulassen“
Befreiung von der Aufzeichnungspflicht, auf AntragAnträgen ist im Allgemeinen zu entsprechen, wenn ein Überschreiten des Rabattfreibetrags oder der Freigrenze so gut wie ausgeschlossen istR 41.1 Abs. 3 Satz 1 LStR 2023 und § 4 Abs. 3 Satz 2 LStDV„hat … im Allgemeinen zu entsprechen“
Beitragsrechtliche Bedingung an die Entgeltabrechnung, für die in § 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV bestimmten NummernNur dann nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen, soweit sie mit der Entgeltabrechnung für den jeweiligen Abrechnungszeitraum lohnsteuerfrei belassen oder pauschal besteuert werden§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV„nur dann … soweit“
Laufende Überwachung der Grenze durch den ArbeitgeberZusätzlicher Überwachungsmaßnahmen bedarf es in den Befreiungsfällen nichtR 41.1 Abs. 3 Satz 2 LStR 2023„bedarf es … nicht“

Beide Wege in Zeile zwei und drei setzen eine Entscheidung des Finanzamts voraus, der zweite ausdrücklich einen Antrag. Was § 4 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung als allgemeine Aufzeichnungspflicht vorschreibt, steht in dieser Richtlinie nicht: sie verweist für Ausnahmen und Befreiung auf ihn und zitiert ihn nicht. Die Aufzählung der Nummern in § 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV ist abschließend und umfasst die Nummern 1 bis 4a, 9 bis 11, 13, 15 und 16.

Zwei Rechtskreise, zwei Anknüpfungssätze: welche Vorschrift welche Aussage trägt, und in welche Richtung sie verweist
AussageRechtskreisAnknüpfungssatz im WortlautFundstelleJahrgang des Textes
Die Freigrenze und ihr BetragLohnsteuerrecht„Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn … insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen“§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStGEStG in der Fassung vom 29. Juni 2026
Die beitragsrechtliche Wirkung derselben Freigrenze für Sachbezüge, die nicht Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung sindBeitragsrecht„§ 8 Absatz 2 Satz 11 des Einkommensteuergesetzes gilt entsprechend.“§ 3 Abs. 1 Satz 4 SvEVSvEV mit Stand 16. Januar 2026
Die Festsetzung der amtlichen SachbezugswerteBeitragsrecht„aufgrund des § 17 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 in Verbindung mit Satz 2 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch“Eingangsformel der Sechzehnten Verordnung zur Änderung der SvEVVerordnung vom 19. Dezember 2025, in Kraft ab 1. Januar 2026
Die lohnsteuerliche Maßgeblichkeit derselben WerteLohnsteuerrecht„Die amtlichen Sachbezugswerte sind, soweit nicht zulässigerweise § 8 Abs. 3 EStG angewandt wird, ausnahmslos für die Sachbezüge maßgebend, für die sie bestimmt sind.“R 8.1 Abs. 4 Satz 2 LStR 2023LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Der Vorrang gegenüber einer abweichenden VereinbarungLohnsteuerrecht„Die amtlichen Sachbezugswerte gelten auch dann, wenn in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Arbeitsvertrag für Sachbezüge höhere oder niedrigere Werte festgesetzt worden sind.“R 8.1 Abs. 4 Satz 3 LStR 2023LStR 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
Die beitragsrechtliche Bedingung für BelegschaftsrabatteBeitragsrecht„… steuerfrei und bei zusätzlicher Zahlung auch kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung.“Deutsche Rentenversicherung, Lexikon summa summarum, Eintrag BelegschaftsrabatteLexikon-Eintrag mit Stand 17. Mai 2026

Die Verweisung in § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV erstreckt die Vorschrift des Einkommensteuergesetzes. Welche Prüfmechanik damit im Beitragsrecht gilt, sagt ihr Wortlaut nicht: die monatliche Zusammenrechnung selbst steht in R 8.1 Abs. 3 Satz 2 LStR 2023, einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns. Die Sechzehnte Änderungsverordnung hat allein § 2 SvEV geändert, sodass diese Verweisung von ihr unberührt bleibt. Der Betrag in der letzten Zeile ist ein Zitat des § 8 Abs. 3 EStG und keine Festsetzung des Trägers; der Lexikon-Eintrag nennt zu ihm kein Kalenderjahr.

Monatliche Zusammenrechnung

Wie werden mehrere Sachbezüge eines Kalendermonats zusammengerechnet?

Auch gefragt: Wird jeder Sachbezug einzeln gegen die Freigrenze geprüft? · Zählt ein bereits versteuerter Vorteil in die Monatsgrenze?

Sachbezüge eines Kalendermonats werden für die Prüfung der Freigrenze zu einer Summe zusammengefasst. Zusammenzurechnen sind die in einem Kalendermonat zufließenden und nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewertenden Vorteile, auch soweit hierfür Lohnsteuer nach § 39b Abs. 2 und 3 EStG einbehalten worden ist.LStR 2023 · 2023 Ein schon lohnversteuerter Vorteil bleibt also in der Rechnung, was in der Praxis regelmäßig übersehen wird. Zu mindern sind die Vorteile um einen Bewertungsabschlag nach § 8 Abs. 2 Satz 12 EStG, soweit er auf sie anzuwenden ist. Diese Prüfmechanik steht in R 8.1 Abs. 3 Satz 2 der Lohnsteuer-Richtlinien und nicht im Gesetz, das allein die Höhe der Grenze trägt. Für die Zuordnung zum Monat kommt es auf den Zufluss an, weshalb kein einzelner Sachbezug für sich allein geprüft wird.

Quellen

  1. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
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Welche Vorteile bleiben bei der Prüfung der Freigrenze außer Ansatz?

Auch gefragt: Zählen pauschal versteuerte Sachbezüge in die Monatsgrenze? · Welche Vorteile werden nicht mitgerechnet?

Bei der Prüfung der Sachbezugsfreigrenze bleiben zwei Gruppen von Vorteilen außer Ansatz, und beide stehen in derselben Richtlinienziffer. Erstens die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewertenden Vorteile, die nach §§ 37b, 40 EStG pauschal versteuert werden.LStR 2023 · 2023 Zweitens die Vorteile, die nach § 8 Abs. 2 Satz 2 bis 10 oder Abs. 3, § 3 Nr. 39 oder nach § 19a EStG zu bewerten sind.LStR 2023 · 2023 Beide Gruppen verkleinern die Summe, die gegen die Grenze zu halten ist, und beide knüpfen an die Bewertungsvorschrift an und nicht daran, was der Sachbezug ist. Wer einen pauschal versteuerten Vorteil in die Monatssumme aufnimmt, rechnet eine Position hinein, die die Richtlinie ausdrücklich heraushält. Die Fundstelle ist R 8.1 Abs. 3 Satz 1 und Satz 3 der Lohnsteuer-Richtlinien.

Quellen

  1. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Wie wird eine monatlich überlassene Zeitfahrkarte behandelt?

Auch gefragt: Fällt ein Jobticket unter die monatliche Sachbezugsgrenze? · Was gilt bei einer Fahrberechtigung für einen längeren Zeitraum?

Eine Zeitfahrkarte ist ein Sachbezug, für den die Richtlinie die Anwendbarkeit der Freigrenze eigens anordnet. Bei der monatlichen Überlassung einer Zeitfahrkarte oder einer monatlichen Fahrberechtigung für ein Job-Ticket, das für einen längeren Zeitraum gilt, ist die Sachbezugsfreigrenze anwendbar, soweit nicht § 3 Nr. 15 EStG anwendbar ist.LStR 2023 · 2023 Der Satz beantwortet damit zwei Fragen zugleich: die Zuordnung zu einem Kalendermonat trotz längerer Geltungsdauer, und den Vorrang einer eigenen Steuerbefreiung. Wo § 3 Nr. 15 EStG greift, wird der Vorteil nicht gegen die monatliche Grenze gehalten, sondern nach seiner eigenen Vorschrift behandelt. Für die Abrechnung heißt das, dass zuerst die Befreiung und erst danach die Grenze zu prüfen ist. Die Fundstelle ist R 8.1 Abs. 3 Satz 4 der Lohnsteuer-Richtlinien.

Quellen

  1. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Welche Grenze gilt für Sachzuwendungen für Verbesserungsvorschläge?

Auch gefragt: Was gilt für Prämien in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz? · Ist die 80-Euro-Angabe der Sozialversicherungsentgeltverordnung eine Freigrenze?

Für einen Sachbezug für Verbesserungsvorschläge nennt die Sozialversicherungsentgeltverordnung 80 Euro, und diese Angabe ist weder eine Freigrenze noch ein Freibetrag. Die Verordnung lässt für Sachzuwendungen im Wert von nicht mehr als 80 Euro, die der Arbeitnehmer für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz erhält, eine Bewertung mit einem Durchschnittsbetrag zu.SvEV § 3 · 2026 Es ist damit eine Bewertungsvereinfachung im Beitragsrecht, und ihre Modalität lautet, dass die Werte angesetzt werden können. Gebunden ist sie an zwei Bedingungen: an die Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG, und daran, dass der Arbeitgeber den von dem Beschäftigten zu tragenden Teil des Gesamtsozialversicherungsbeitrags übernimmt.SvEV § 3 · 2026 Der Wortlaut nennt kein Kalenderjahr, weshalb die Angabe mit dem Stand der Fassung reist, in der sie steht. Die Fundstelle ist § 3 Abs. 3 SvEV.

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Aufzeichnungspflichten

Was muss beim Sachbezug aufgezeichnet werden, und was prüft die Lohnsteuerprüfung?

Auch gefragt: Welche Unterlagen zum Sachbezug sind bei einer Lohnsteuerprüfung bereitzuhalten? · Muss ein Sachbezug bis 50 Euro in der Lohnabrechnung ausgewiesen werden?

Beim Sachbezug ausdrücklich geregelt ist die Aufzeichnung der pauschal besteuerten Bezüge: die nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und § 40b EStG pauschal besteuerten Bezüge und die darauf entfallende pauschale Lohnsteuer sind in der Regel in dem für jeden Arbeitnehmer zu führenden Lohnkonto aufzuzeichnen.LStR 2023 · 2023 Die Einschränkung „in der Regel“ ist die Modalität des Richtlinientextes. Das für jeden Arbeitnehmer zu führende Lohnkonto setzt die Richtlinie voraus; die allgemeine Aufzeichnungspflicht und ihre Ausnahmen stehen in § 4 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung, auf den die Richtlinie für Ausnahmen und Befreiung verweist. Was eine Prüfung aufgreift, ist aus einem entschiedenen Fall erkennbar: eine Lohnsteuer-Außenprüfung rechnete eine Versand- und Handlingspauschale dem Wert der Sachzuwendung hinzu und hielt die Freigrenze deshalb für überschritten.BFH VI R 32/16 · 2018 Streitgegenstand war anschließend die Rechtmäßigkeit eines Lohnsteuer-Nachforderungsbescheids.

Quellen

  1. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
  2. Bundesfinanzhof, Urteil VI R 32/16BFH-Urteil6. Juni 2018
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Kann das Finanzamt von der Aufzeichnung im Lohnkonto befreien?

Auch gefragt: Gibt es Aufzeichnungserleichterungen für kleine Sachbezüge? · Muss der Arbeitgeber die Freigrenze laufend überwachen?

Ja, das Betriebsstättenfinanzamt kann für einen Sachbezug Ausnahmen von der Aufzeichnung im Lohnkonto zulassen, wenn die Möglichkeit zur Nachprüfung in anderer Weise sichergestellt ist; sie ist in diesen Fällen nur dann gegeben, wenn die Zahlung der Bezüge und die Art ihrer Aufzeichnung im Lohnkonto vermerkt werden.LStR 2023 · 2023 Daneben hat das Finanzamt Anträgen auf Befreiung von der Aufzeichnungspflicht im Allgemeinen zu entsprechen, wenn es im Hinblick auf die betrieblichen Verhältnisse nach der Lebenserfahrung so gut wie ausgeschlossen ist, dass der Rabattfreibetrag oder die Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG im Einzelfall überschritten wird;LStR 2023 · 2023 zusätzlicher Überwachungsmaßnahmen durch den Arbeitgeber bedarf es dann nicht. Beide Wege setzen eine Entscheidung des Finanzamts voraus, der zweite ausdrücklich einen Antrag. Aufzeichnungsfrei wird ein Vorteil deshalb nicht schon dadurch, dass die Grenze sicher nicht erreicht wird.

Quellen

  1. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
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Welche Bedingung stellt das Beitragsrecht an die Entgeltabrechnung?

Auch gefragt: Wann geht die Beitragsfreiheit einer steuerfreien Leistung verloren? · Welche Rolle spielt der Abrechnungszeitraum für die Beitragsfreiheit?

Das Beitragsrecht knüpft die Freistellung eines Sachbezugs an den Abrechnungsvorgang selbst. Die in § 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV in bestimmten Nummern genannten Einnahmen, Zuwendungen und Leistungen sind dem Arbeitsentgelt nur dann nicht zuzurechnen, soweit diese vom Arbeitgeber oder von einem Dritten mit der Entgeltabrechnung für den jeweiligen Abrechnungszeitraum lohnsteuerfrei belassen oder pauschal besteuert werden.SvEV § 1 · 2026 Es ist damit eine Abrechnungs- und Prüfungsbedingung und keine materielle Steuerfrage: wer den Vorteil nicht im richtigen Abrechnungszeitraum steuerfrei belässt oder pauschaliert, verliert die Beitragsfreiheit. Die Aufzählung der Nummern ist abschließend, sodass die Bedingung weder auf alle steuerfreien Leistungen gezogen noch weggelassen werden darf. Für die 50-Euro-Freigrenze ist dieser Weg nicht der richtige, denn die Freigrenze macht einen Sachbezug nicht lohnsteuerfrei, sondern lässt ihn außer Ansatz.§ 8 EStG · 2026

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Der beitragsrechtliche Gleichlauf

Ist ein Sachbezug innerhalb der Freigrenze auch beitragsfrei?

Auch gefragt: Ist ein steuerfreier Sachbezug auch sozialversicherungsfrei? · Auf welcher Grundlage wirkt die Freigrenze im Beitragsrecht?

Ja, für Sachbezüge, die nicht von § 2 SvEV erfasst werden, und die Grundlage ist eine Verweisung von einem Satz Länge. § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV lautet: „§ 8 Absatz 2 Satz 11 des Einkommensteuergesetzes gilt entsprechend.“SvEV § 3 · 2026 Damit stehen zwei Aussagen auf zwei Grundlagen. Die Freigrenze selbst und ihr Betrag stehen im Steuerrecht; die Verordnung nennt keinen Betrag und darf für die Höhe nicht zitiert werden. Die beitragsrechtliche Wirkung folgt aus der Verweisung, und zwar für Sachbezüge, die nicht Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung sind. Eine Formulierung, die einen Sachbezug nur als „steuer- und beitragsfrei“ bezeichnet, nennt die zweite Grundlage nicht. Die Änderungsverordnung hat allein § 2 der Verordnung geändert,16. SvEV-ÄndVO · 2025 sodass diese Verweisung von ihr unberührt bleibt. Was die Verweisung im Prüfungsalltag umfasst, ist damit nicht mitgesagt: die monatliche Zusammenrechnung selbst steht in einer Lohnsteuer-Richtlinie.

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Wie wird ein sonstiger Sachbezug im Beitragsrecht bewertet?

Auch gefragt: Welcher Wert ist für einen Gutschein im Beitragsrecht anzusetzen? · Was gilt bei verbilligter Überlassung?

Ein sonstiger Sachbezug wird mit dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis am Abgabeort angesetzt, wenn er unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Dieser Regelmaßstab tritt zurück, wo das Steuerrecht eigene Werte setzt: sind auf Grund des § 8 Absatz 2 Satz 10 des Einkommensteuergesetzes Durchschnittswerte festgesetzt worden, sind diese Werte maßgebend,SvEV § 3 · 2026 und findet § 8 Abs. 2 Satz 2, 3, 4 oder 5 oder Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes Anwendung, sind die dort genannten Werte maßgebend. Wird der Vorteil verbilligt zur Verfügung gestellt, ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem vereinbarten Preis und dem Wert, der sich bei freiem Bezug ergeben würde, dem Arbeitsentgelt zuzurechnen.SvEV § 3 · 2026 Die Fundstelle ist § 3 Abs. 1 und Abs. 2 SvEV, und die Vorschrift gilt für Sachbezüge, die nicht Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung sind.

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Darf ein im Arbeitsvertrag vereinbarter Wert in der Abrechnung angesetzt werden?

Auch gefragt: Kann eine Betriebsvereinbarung einen anderen Sachbezugswert festlegen? · Ist der amtliche Sachbezugswert verhandelbar?

Nein. Für einen Sachbezug, für den ein amtlicher Sachbezugswert bestimmt ist, gelten die amtlichen Werte auch dann, wenn in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Arbeitsvertrag höhere oder niedrigere Werte festgesetzt worden sind.LStR 2023 · 2023 Die Richtlinie formuliert das mit der stärksten Modalität dieses Rechtsgebiets: die amtlichen Sachbezugswerte sind, soweit nicht zulässigerweise § 8 Abs. 3 EStG angewandt wird, ausnahmslos für die Sachbezüge maßgebend, für die sie bestimmt sind.LStR 2023 · 2023 Für die Abrechnung folgt daraus zweierlei. Der Wert ist nicht verhandelbar, und eine abweichende arbeitsvertragliche Abrede verschiebt ihn nicht. Und die eine Bedingung ist benannt, nämlich die zulässige Anwendung des § 8 Abs. 3 EStG. Die Werte selbst werden auf Grundlage des § 17 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch festgesetzt,16. SvEV-ÄndVO · 2025 ihre lohnsteuerliche Maßgeblichkeit ordnet R 8.1 Abs. 4 der Lohnsteuer-Richtlinien an.

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Wann liegt im Beitragsrecht keine zusätzliche Gewährung vor?

Auch gefragt: Führt eine Entgeltumwandlung zur Beitragsfreiheit? · Was gilt bei einem Bruttolohnverzicht gegen Warengutscheine?

Eine zur Beitragsfreiheit führende zusätzliche Gewährung liegt nach der Deutschen Rentenversicherung dann nicht vor, wenn der Beschäftigte auf einen Teil seines Bruttolohns verzichtet und stattdessen eine arbeitgeberseitige Zuwendung erhält, die als Surrogat den Betrag des Bruttolohnverzichts ganz oder teilweise ersetzt.DRV summa summarum · 2026 Angenommen wird das, wenn die zusätzliche Leistung fester Bestandteil der neuen Vergütungsvereinbarung ist und als Bestandteil der Bruttovergütung für künftige Entgeltansprüche wie Urlaubsgeld, Entgelterhöhungen oder Abfindungsansprüche berücksichtigt wird.DRV summa summarum · 2026 Als Beispiel nennt der Text Warengutscheine, also einen Sachbezug und keine Geldleistung. Der Test ist damit inhaltlich und nicht formal, und seine Modalität ist eine Vermutungsregel. Entgeltumwandlungen zur Kompensation eines vorherigen Entgeltverzichts führen nach derselben Stelle generell nicht zur Beitragsfreiheit, und „generell“ ist nicht „immer“. Dieser Absatz spricht durchgehend von der Sozialversicherung und trifft keine Aussage über das Zusätzlichkeitserfordernis des § 8 Abs. 4 EStG.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Unter welcher Bedingung sind Belegschaftsrabatte kein Arbeitsentgelt?

Auch gefragt: Sind Personalrabatte beitragsfrei? · Gilt der Rabattfreibetrag auch in der Sozialversicherung?

Ein Belegschaftsrabatt ist bei zusätzlicher Zahlung kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung, und die Bedingung gehört zur Aussage. Die Deutsche Rentenversicherung formuliert beides in einem Satz: nach § 8 Abs. 3 EStG sind diese Zuwendungen bis zur Höhe von 1.080 Euro im Kalenderjahr steuerfrei und bei zusätzlicher Zahlung auch kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung.DRV summa summarum · 2026 Gegenstand ist ein Sachbezug, nämlich unentgeltliche oder verbilligte Waren und Dienstleistungen des eigenen Arbeitgebers. Es sind zwei Aussagen mit zwei Reichweiten: die Steuerfreiheit ist unbedingt, die beitragsrechtliche Folge nicht. Dieselbe Seite verwendet zwei Absätze später eine Kurzform ohne die Bedingung,DRV summa summarum · 2026 und die konditionierte Fassung ist die belastbare. Der Betrag selbst ist ein Zitat des Gesetzes und keine Feststellung des Trägers, und die Seite nennt zu ihm kein Kalenderjahr; die Angabe reist deshalb mit der Fassung des Gesetzes, gegen die sie gilt.

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Folgen des Überschreitens

Welcher Bescheid ergeht, wenn eine Außenprüfung die Freigrenze für überschritten hält?

Auch gefragt: Was passiert, wenn eine Betriebsprüfung einen Fehler beim Sachbezug feststellt? · Wer schuldet die nachgeforderte Lohnsteuer?

Der Vorgang endet in einem Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid, und ein entschiedener Fall zeigt den Ablauf. Im Rahmen einer Lohnsteuer-Außenprüfung vertrat die Prüferin die Auffassung, dass die Versand- und Handlingspauschale dem Wert der Sachzuwendung hinzuzurechnen und deshalb die damals geltende Freigrenze überschritten sei.BFH VI R 32/16 · 2018 Streitig war anschließend die Rechtmäßigkeit eines Lohnsteuer-Nachforderungsbescheids für die Lohnzahlungszeiträume 2006 bis 2009, in denen die Grenze 44 Euro betrug.BFH VI R 32/16 · 2018 Wichtig ist, was die Entscheidung nicht enthält, denn sie ist eine Zurückverweisung und liefert Maßstäbe. Der Senat konnte auf Grundlage der tatsächlichen Feststellungen des Finanzgerichts nicht beurteilen, ob die Klägerin die nachgeforderte Lohnsteuer auch in der geltend gemachten Höhe schuldet.BFH VI R 32/16 · 2018 Die Rechenregel dieser Entscheidung gilt für jeden Sachbezug fort; ihre Zahl gehört zu ihren Streitjahren.

Quellen

  1. Bundesfinanzhof, Urteil VI R 32/16BFH-Urteil6. Juni 2018
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Wird ein pauschal versteuerter Sachbezug dadurch beitragsfrei?

Auch gefragt: Beseitigt die Pauschalversteuerung die Entgelteigenschaft? · Was folgt aus einer Pauschalierung für die Beitragsberechnung?

Nein. Bei einem Sachbezug entfällt die Entgelteigenschaft durch die Pauschalbesteuerung grundsätzlich nicht, es sei denn, die unentgeltlichen beziehungsweise verbilligten Waren und Dienstleistungen des Arbeitgebers können monatlich in Anspruch genommen werden.DRV summa summarum · 2026 Hauptsatz und Ausnahme gehören zusammen: ohne die Ausnahme ist der Satz verschärft, ohne den Hauptsatz ist er invertiert. In dieselbe Richtung zeigt die Verordnung, denn § 3 Abs. 3 SvEV setzt die Pauschalversteuerung voraus und knüpft an sie eine Bewertungsvereinfachung, statt die Entgelteigenschaft zu beseitigen. Was aus dem Arbeitsentgelt herausfällt, benennt § 1 Abs. 1 SvEV in seinen Nummern, darunter sonstige Bezüge nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes, die nicht einmalig gezahltes Arbeitsentgelt nach § 23a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch sind, sowie Einnahmen nach § 40 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes.SvEV § 1 · 2026

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Welchem Abrechnungszeitraum sind mit einem Durchschnittswert angesetzte Sachbezüge zuzuordnen?

Auch gefragt: Wann ist ein mit einem Durchschnittswert bewerteter Sachbezug abzurechnen? · Was gilt bei einem Beschäftigungsverhältnis von wenigen Monaten?

Die mit einem Durchschnittswert angesetzten Sachbezüge, die in einem Kalenderjahr gewährt werden, sind insgesamt dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum in diesem Kalenderjahr zuzuordnen.SvEV § 3 · 2026 Für ein unterjähriges Beschäftigungsverhältnis gilt eine eigene Rechenregel: besteht das Beschäftigungsverhältnis nur während eines Teils des Kalenderjahres, ist für jeden Tag des Beschäftigungsverhältnisses der dreihundertsechzigste Teil des Durchschnittswertes anzusetzen.SvEV § 3 · 2026 Zulässig ist außerdem der Durchschnittsbetrag des Vorjahres. Es sind damit drei Abrechnungsregeln für einen mit einem Durchschnittswert angesetzten Sachbezug: eine Zuordnung zum Jahresende, eine tageweise Aufteilung bei unterjähriger Beschäftigung, und ein Rückgriff auf das Vorjahr. Die Fundstelle ist § 3 Abs. 3 SvEV, dessen Bewertungsvereinfachung an die Pauschalversteuerung und an die Übernahme des Arbeitnehmeranteils gebunden ist.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index