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SachbezugIndex

Quellen: EStG, SvEV, BMF, BaFin, BFH, DRV

Abgrenzung

Abgrenzungen: Freigrenze, Freibetrag und die 60-Euro-Grenzen

Bei 51 Euro entfällt die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG für den gesamten Monatsbetrag und nicht nur für den übersteigenden Teil, weil die Vorschrift die Begünstigung an das Nichtüberschreiten knüpft.§ 8 EStG · 2026 Keine der anderen drei Wertgrenzen setzt sie fort, denn jede hat ihre eigene Rechtsgrundlage, ihre eigene Population und ihre eigene Bedingung. Ein Freibetrag verhält sich anders, und der Kontrast steht in derselben Vorschrift: der Rabattfreibetrag des § 8 Abs. 3 Satz 2 EStG ist steuerfrei, soweit er 1 080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt, sodass nur der übersteigende Teil steuerbar bleibt.§ 8 EStG · 2026 Die 60 Euro für Aufmerksamkeiten nach R 19.6 Abs. 1 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023 sind keine höhere Stufe derselben Regel, denn eine Aufmerksamkeit gehört gar nicht zum Arbeitslohn und setzt ein besonderes persönliches Ereignis voraus.LStR 2023 · 2023 Die 60 Euro des § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG sind der Preis einer Mahlzeit, bis zu dem der amtliche Sachbezugswert anzusetzen ist,§ 8 EStG · 2026 und damit eine dritte Grenze mit derselben Zahl. Die 80 Euro des § 3 Abs. 3 Satz 4 SvEV betreffen Sachzuwendungen für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz und lassen dort einen Durchschnittswert zu.§ 3 SvEV · 2026 Und § 3 Nr. 34 EStG stellt Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung frei, soweit sie 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen, unter drei kumulativen Bedingungen, von denen die dritte die Zertifizierung nach den §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch ist.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026

Stand:

Die Gegenüberstellung wird nur mit beiden Wortlauten geführt. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG lautet: „Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen“. § 3 Nr. 34 EStG lautet: „soweit sie 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen“. Und § 8 Abs. 3 Satz 2 EStG lautet: „Die sich nach Abzug der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile sind steuerfrei, soweit sie aus dem Dienstverhältnis insgesamt 1 080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.“ Die Wörter Freigrenze und Freibetrag führt das Gesetz an diesen Stellen nicht;§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 sie stammen aus den Lohnsteuer-Richtlinien 2023, die R 8.1 Abs. 3 mit „Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG (Sachbezugsfreigrenze)“ überschreiben und in R 8.1 Abs. 6a Satz 4 „Rabatt-Freibetrag“ sagen. R 41.1 Abs. 3 nennt den Rabattfreibetrag und die Freigrenze in einem Satz.LStR 2023 · 2023
Vier Wertgrenzen, vier Rechtsgrundlagen, vier Bedingungen
GrenzeRechtsgrundlageWas die Grenze istBedingung an der GrenzeWirkung des ÜberschreitensFassung des Textes
50 Euro im Kalendermonat§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStGFreigrenze für Sachbezüge, die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten sind. Konjunktion „wenn“.Kein Anlass erforderlich. Für Gutscheine und Geldkarten tritt hinzu, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.Die Begünstigung entfällt für den gesamten Monatsbetrag, nicht nur für den übersteigenden Teil.EStG in der Fassung vom 29. Juni 2026
60 Euro je AnlassR 19.6 Abs. 1 Satz 2 LStR 2023Wertgrenze der Aufmerksamkeiten, die nach Satz 1 derselben Richtlinie nicht zum Arbeitslohn gehören.Sachzuwendung aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses an den Arbeitnehmer oder an in seinem Haushalt lebende Angehörige. Geldzuwendungen gehören stets zum Arbeitslohn.Oberhalb des Werts greift die Definition der Aufmerksamkeiten nicht mehr.LStR 2023 in der Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, anzuwenden ab 1. Januar 2023
60 Euro je Mahlzeit§ 8 Abs. 2 Satz 8 EStGPreisobergrenze, bis zu der eine gestellte Mahlzeit mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert anzusetzen ist.Mahlzeit während einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, gestellt vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten.Der Ansatz mit dem amtlichen Sachbezugswert ist nicht eröffnet.EStG in der Fassung vom 29. Juni 2026
80 Euro je Zuwendung§ 3 Abs. 3 Satz 4 SvEVZulassung eines Durchschnittswerts im Beitragsrecht. Kein Freibetrag und keine Freigrenze, sondern eine Bewertungsvereinfachung.Sachzuwendung für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz, pauschal versteuert, und der Arbeitgeber übernimmt den vom Beschäftigten zu tragenden Teil des Gesamtsozialversicherungsbeitrags.Die Durchschnittsbewertung nach den Sätzen 1 bis 3 ist nicht eröffnet.SvEV in der Fassung vom 16. Januar 2026

Zwei der vier Grenzen tragen die Zahl 60 und sind nicht dieselbe Grenze: R 19.6 Abs. 1 Satz 2 LStR betrifft Aufmerksamkeiten, § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG den Preis einer Mahlzeit. Der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Zeile ist kategorial und nicht graduell, denn eine Aufmerksamkeit gehört nach R 19.6 Abs. 1 Satz 1 LStR nicht zum Arbeitslohn, während ein Sachbezug innerhalb der Freigrenze Arbeitslohn ist, der außer Ansatz bleibt. Der Empfängerkreis der Aufmerksamkeiten ist mit der Neufassung 2023 auf die im Haushalt des Arbeitnehmers lebenden Angehörigen beschränkt worden. Die Lohnsteuer-Richtlinien 2023 sind in der Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22 vom 15.09.2022 gelesen, also in der von der Bundesregierung vorgelegten und nicht in der im Bundessteuerblatt verkündeten Fassung.

Benachbarte Regime, die nicht die Freigrenze für Sachbezüge sind
VorschriftBetrag und ZeitraumKonjunktionWas sie erfasstVerhältnis zur Freigrenze
§ 3 Nr. 34 EStG600 Euro im KalenderjahrsoweitLeistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit in Betrieben, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen.Von keiner der beiden Vorschriften geregelt. Belegt ist das Nebeneinander zweier Tatbestände mit eigenem Betrag und eigenem Zeitraum.
§ 3 Nr. 34a EStG600 Euro im KalenderjahrsoweitLeistungen zur Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Derselbe Betrag und derselbe Zeitraum wie Nr. 34, anderer Tatbestand.Ebenfalls nicht geregelt. Die Nummer unterscheidet den Tatbestand, nicht den Betrag und nicht den Zeitraum.
§ 3 Nr. 15 EStGim Wortlaut kein Betragohne BetragsklauselZuschüsse des Arbeitgebers zu Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr sowie die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung solcher Verkehrsmittel.Die Sachbezugsfreigrenze ist bei einem Job-Ticket anwendbar, soweit nicht § 3 Nr. 15 EStG anwendbar ist.
§ 8 Abs. 3 Satz 2 EStG1 080 Euro im KalenderjahrsoweitRabattfreibetrag für Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer herstellt, vertreibt oder erbringt.Vorteile, die nach § 8 Abs. 3 EStG zu bewerten sind, bleiben bei der Prüfung der Sachbezugsfreigrenze außer Ansatz.

§ 3 Nr. 15 EStG und der Rabattfreibetrag des § 8 Abs. 3 EStG stehen hier ausschließlich zur Abgrenzung; für das Jobticket führt dieses Register keine eigenen Zeilen. Die Nummern 15, 33, 34, 34a und 37 des § 3 EStG beginnen jeweils mit der Formel „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“, deren Legaldefinition in § 8 Abs. 4 EStG steht und dort im Sinne dieses Gesetzes gilt. Der Betrag des Rabattfreibetrags steht im Original mit einem Leerzeichen als Tausendertrenner.

Welche Ordnung zwischen der Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG und der Steuerfreiheit des § 3 Nr. 34 EStG gilt, also Nebeneinander, Ausschluss oder Anrechnung, regelt keine der beiden Vorschriften. R 8.1 Abs. 3 Satz 3 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023 zählt auf, welche Vorteile bei der Prüfung der Sachbezugsfreigrenze außer Ansatz bleiben, und nennt dabei § 8 Abs. 2 Satz 2 bis 10, § 8 Abs. 3, § 3 Nr. 39 und § 19a EStG.LStR 2023 · 2023 Eine Aussage über § 3 Nr. 34 EStG enthält diese Aufzählung nicht, und ein Schluss aus ihrem Schweigen wäre keine Fundstelle.

Freigrenze gegen Freibetrag

Was unterscheidet eine Freigrenze von einem Freibetrag?

Auch gefragt: Ist die 50-Euro-Grenze eine Freigrenze oder ein Freibetrag? · Bleibt bei einem Freibetrag ein Teil steuerfrei?

Eine Freigrenze und ein Freibetrag unterscheiden sich in der Rechtsfolge oberhalb des Betrags, und beim Sachbezug stehen beide Konstruktionen in einer einzigen Vorschrift. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG lässt Sachbezüge außer Ansatz, wenn die Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.§ 8 EStG · 2026 § 8 Abs. 3 Satz 2 EStG erklärt Vorteile dagegen für steuerfrei, soweit sie aus dem Dienstverhältnis insgesamt 1 080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.§ 8 EStG · 2026 Bei der ersten Formulierung ist die Begünstigung an das Nichtüberschreiten geknüpft, weshalb sie bei Überschreiten für den gesamten Betrag entfällt. Bei der zweiten bleibt der Betrag bis zur Grenze steuerfrei, und nur der übersteigende Teil ist steuerbar. Die Zuordnung von „wenn“ zur Freigrenze und von „soweit“ zum Freibetrag ist die gängige juristische Lesart dieser beiden Konjunktionen; an diesen Stellen führt das Gesetz keine der beiden Vokabeln, und sie stammen aus den Lohnsteuer-Richtlinien.

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetz29. Juni 2026
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Woher stammt die Bezeichnung Freigrenze für die 50 Euro im Monat?

Auch gefragt: Steht das Wort Freigrenze im Einkommensteuergesetz? · Wie nennt die Finanzverwaltung die Sachbezugsgrenze?

Die Bezeichnung Freigrenze verwendet die Finanzverwaltung selbst. R 8.1 Abs. 3 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023, gelesen in der Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22, trägt die Überschrift Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG mit dem Zusatz SachbezugsfreigrenzeLStR 2023 · 2023 und verwendet das Wort viermal im Text. Dieselbe Richtlinie sagt in R 8.1 Abs. 6a Satz 4 Rabatt-Freibetrag für die Vorteile nach § 8 Abs. 3 EStG, und R 41.1 Abs. 3 nennt den Rabattfreibetrag und die Freigrenze in einem Satz.LStR 2023 · 2023 Freigrenze und Freibetrag sind dort zwei konsequent auseinandergehaltene Wörter. In § 3 EStG kommt das Wort Freigrenze kein einziges Mal vor, und Freibetrag nur in den Nummern 9 und 26a. Den Betrag selbst nennt die Richtlinie nicht; er steht in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, und ein Sachbezug ohne diese Verankerung trägt eine Zahl ohne Fundstelle.

Quellen

  1. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns, Lohnsteuer-Richtlinien 2023Verwaltungsvorschrift, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22anzuwenden ab 1. Januar 2023
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Welche Wertgrenzen werden beim Sachbezug regelmäßig miteinander vermischt?

Auch gefragt: Gibt es neben den 50 Euro weitere Wertgrenzen? · Wie viele verschiedene Grenzen gelten für Arbeitgeberleistungen?

Vier Wertgrenzen treffen beim Sachbezug aufeinander, sie haben vier verschiedene Rechtsgrundlagen, und zwei von ihnen tragen dieselbe Zahl. Die Freigrenze von 50 Euro im Kalendermonat steht in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Die 60 Euro für Aufmerksamkeiten stehen in R 19.6 Abs. 1 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023 und betreffen Sachzuwendungen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses, die nicht zum Arbeitslohn gehören.LStR 2023 · 2023 Die zweiten 60 Euro stehen in § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG und sind der Preis, bis zu dem eine gestellte Mahlzeit mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert anzusetzen ist.§ 8 EStG · 2026 Die 80 Euro stehen in § 3 Abs. 3 Satz 4 SvEV und gelten für Sachzuwendungen für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz.§ 3 SvEV · 2026 Daneben stellt § 3 Nr. 34 EStG Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung frei, mit 600 Euro und mit dem Kalenderjahr als Bezugszeitraum.

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetz29. Juni 2026
  2. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns, Lohnsteuer-Richtlinien 2023Verwaltungsvorschrift, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22anzuwenden ab 1. Januar 2023
  3. Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 3 Sonstige SachbezügeVerordnung16. Januar 2026
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

§ 3 Nr. 34: ein anderes Regime

Welche Voraussetzungen hat die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 34 EStG?

Auch gefragt: Was verlangt die Steuerfreiheit für betriebliche Gesundheitsförderung? · Welche Bedingungen müssen für die 600 Euro nach § 3 Nr. 34 EStG erfüllt sein?

Die Freigrenze für einen Sachbezug ist hier nicht der Maßstab: § 3 Nr. 34 EStG stellt Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung frei und verlangt dafür drei Bedingungen, die zugleich erfüllt sein müssen. Die Leistung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Sie muss der Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und der Förderung der Gesundheit in Betrieben dienen.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Und sie muss hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Die dritte Bedingung ist die Weichenstellung, denn sie entscheidet, ob eine Leistung überhaupt in dieses Regime fällt. Die Steuerfreiheit reicht, soweit die Leistungen 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen;§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Bezugszeitraum ist damit das Kalenderjahr und nicht der Kalendermonat, und die Vorschrift ist mit der Konjunktion soweit formuliert.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Wie verhalten sich die 50-Euro-Freigrenze und die 600 Euro des § 3 Nr. 34 EStG zueinander?

Auch gefragt: Addieren sich die 50 Euro und die 600 Euro des § 3 Nr. 34 EStG? · Gilt die Freigrenze neben der betrieblichen Gesundheitsförderung?

Die Freigrenze für Sachbezüge und die Steuerfreiheit für betriebliche Gesundheitsförderung sind zwei Vorschriften mit je eigenem Tatbestand, eigenem Betrag und eigenem Zeitraum. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG lässt Sachbezüge außer Ansatz, wenn sie insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.§ 8 EStG · 2026 § 3 Nr. 34 EStG stellt Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung frei, soweit sie 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Ob die beiden Befreiungen nebeneinander stehen, sich ausschließen oder aufeinander angerechnet werden, regelt keine der beiden Vorschriften. Belegt ist damit das Nebeneinander zweier Regime, und eine Aussage über Vorrang oder Anrechnung stünde außerhalb des Wortlauts beider Normen. Welche Vorschrift einen Sachbezug oder eine andere Arbeitgeberleistung erfasst, entscheidet deshalb deren eigener Tatbestand und keine Rangfolge zwischen den beiden. Ein gemeinsames Budget, in dem sich die beiden Beträge addieren oder gegenseitig aufzehren, ordnet keine der beiden Vorschriften an.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Nach welcher Vorschrift ist eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio zu beurteilen?

Auch gefragt: Ist eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft ein steuerfreier Sachbezug? · Fallen Streamingdienste unter die betriebliche Gesundheitsförderung?

Ob eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio als Sachbezug nach § 8 EStG oder als steuerfreie Leistung nach § 3 Nr. 34 EStG zu behandeln ist, entscheidet die Zertifizierung und nicht der Preis. Weder § 3 noch § 8 EStG nennt ein Fitnessstudio; in § 3 EStG kommen die Wörter Fitness, Studio und Mitgliedschaft kein einziges Mal vor. Die Zertifizierung gehört zum Tatbestand des § 3 Nr. 34 EStG und ordnet keinen Vorrang zwischen den Vorschriften an. Genügt ein Angebot hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch,§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 ist diese Bedingung erfüllt, und die Vorschrift stellt mit 600 Euro im Kalenderjahr frei, sofern auch ihre übrigen Bedingungen vorliegen. Genügt es ihnen nicht, ist die Leistung an § 8 EStG zu messen, mit 50 Euro im Kalendermonat.§ 8 EStG · 2026 Zwei Normen, zwei Beträge, zwei Zeiträume. Ob ein bestimmtes Angebot die Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch erfüllt, entscheidet das Einkommensteuergesetz nicht. Für Streamingdienste enthält § 3 EStG keine Rechtsgrundlage.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Warum muss bei 600 Euro immer die Nummer des Paragrafen dabeistehen?

Auch gefragt: Was unterscheidet § 3 Nr. 34 von § 3 Nr. 34a EStG? · Gibt es zwei Vorschriften mit 600 Euro im Kalenderjahr?

Freigrenze und Freibetrag sind nicht die einzige Verwechslungsgefahr in diesem Bereich, denn § 3 Nr. 34 und § 3 Nr. 34a EStG nennen beide 600 Euro im Kalenderjahr, für zwei verschiedene Tatbestände.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Nummer 34 betrifft Leistungen des Arbeitgebers zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit in Betrieben.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Nummer 34a betrifft die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Zwei benachbarte Nummern derselben Vorschrift, identischer Betrag, identischer Zeitraum. Eine Angabe von 600 Euro im Kalenderjahr ohne ihre Nummer ist deshalb nicht nur unvollständig, sondern verwechselbar, und sie ordnet einen Sachbezug oder eine andere Arbeitgeberleistung dem falschen Tatbestand zu. Beide Nummern beginnen mit der Formel zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, deren Legaldefinition in § 8 Abs. 4 EStG steht.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Gilt das Zusätzlichkeitserfordernis auch für § 3 Nr. 34 EStG?

Auch gefragt: Muss eine Gesundheitsleistung zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden? · Schließt eine Gehaltsumwandlung die Steuerfreiheit aus?

Ja. Auch § 3 Nr. 34 EStG verlangt, dass die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird.§ 3 Nr. 34 EStG · 2026 Die Nummern 15, 33, 34, 34a und 37 des § 3 EStG beginnen jeweils mit dieser Formel, und ihre Legaldefinition steht in § 8 Abs. 4 EStG, der im Sinne dieses Gesetzes gilt und damit über § 8 EStG hinaus trägt; § 3 EStG selbst sagt zur Zusätzlichkeit nichts weiter. Maßstab sind daher die vier Verbote des § 8 Abs. 4 Satz 1 EStG: die Leistung wird nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet, der Anspruch wird nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt,§ 8 EStG · 2026 die Leistung tritt nicht an die Stelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung, und bei Wegfall der Leistung wird der Arbeitslohn nicht erhöht. Satz 2 stellt klar, dass ein arbeitsvertraglicher, tarifvertraglicher oder gesetzlicher Anspruch die Zusätzlichkeit nicht ausschließt.§ 8 EStG · 2026 Der Steuerberater Christian Herold hielt am 5. Mai 2025 im NWB Experten-Blog fest, dass zur Rückwirkung dieser Vorschrift und zu einer Gehaltsumwandlung bei einem Sachbezug in Kartenform eine Revision beim Bundesfinanzhof anhängig ist, Aktenzeichen VI R 28/24.NWB / Herold · 2025

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Was bei 51 Euro passiert

Was passiert bei 51 Euro, und welche Grenze greift dann?

Auch gefragt: Bleiben 50 Euro steuerfrei, wenn 51 Euro zugewendet werden? · Greift bei Überschreiten der 50 Euro die 60-Euro-Grenze?

Bei 51 Euro entfällt die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG für den gesamten Monatsbetrag, und keine der anderen Wertgrenzen tritt an ihre Stelle. Die Vorschrift knüpft die Begünstigung an das Nichtüberschreiten, weshalb der Vorteil in vollem Umfang anzusetzen ist und nicht nur der übersteigende Teil.§ 8 EStG · 2026 Die 60 Euro für Aufmerksamkeiten sind keine höhere Stufe derselben Regel: sie stehen in R 19.6 Abs. 1 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023, verlangen einen besonderen persönlichen Anlass und beschreiben eine Zuwendung, die nicht zum Arbeitslohn gehört.LStR 2023 · 2023 Die 60 Euro des § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG sind der Preis einer Mahlzeit, bis zu dem der amtliche Sachbezugswert anzusetzen ist. Die 80 Euro des § 3 Abs. 3 Satz 4 SvEV erlauben im Beitragsrecht einen Durchschnittswert für Sachzuwendungen für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz.§ 3 SvEV · 2026 Ein Sachbezug von 51 Euro ist damit an genau einer Vorschrift gescheitert und wechselt nicht in eine andere.

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetz29. Juni 2026
  2. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns, Lohnsteuer-Richtlinien 2023Verwaltungsvorschrift, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22anzuwenden ab 1. Januar 2023
  3. Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 3 Sonstige SachbezügeVerordnung16. Januar 2026
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Worin unterscheidet sich die 60-Euro-Grenze für Aufmerksamkeiten von der 50-Euro-Freigrenze?

Auch gefragt: Sind Aufmerksamkeiten steuerfreier Arbeitslohn? · Wann liegt eine Aufmerksamkeit und wann ein Sachbezug vor?

Der Unterschied ist kategorial und nicht graduell. Eine Aufmerksamkeit gehört nach R 19.6 Abs. 1 Satz 1 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023 nicht zum Arbeitslohn und ist damit keine steuerbare Einnahme; ein Sachbezug innerhalb der Freigrenze ist Arbeitslohn, der nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG außer Ansatz bleibt. Daraus folgen verschiedene Bedingungen. Die 60 Euro verlangen ein besonderes persönliches Ereignis und einen bestimmten Empfängerkreis, nämlich den Arbeitnehmer oder in seinem Haushalt lebende Angehörige; dieser Kreis ist mit der Neufassung der Richtlinien auf die im Haushalt des Arbeitnehmers lebenden Angehörigen beschränkt worden.LStR 2023 · 2023 Die 50 Euro verlangen keinen Anlass, dafür bei Gutscheinen und Geldkarten die Gewährung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.§ 8 EStG · 2026 Geldzuwendungen gehören stets zum Arbeitslohn, auch wenn ihr Wert gering ist.LStR 2023 · 2023 Beide Grenzen stehen deshalb nebeneinander und beschreiben verschiedene Vorgänge.

Quellen

  1. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns, Lohnsteuer-Richtlinien 2023Verwaltungsvorschrift, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22anzuwenden ab 1. Januar 2023
  2. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetz29. Juni 2026
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Welche zwei verschiedenen 60-Euro-Grenzen gibt es?

Auch gefragt: Ist die 60-Euro-Grenze für Mahlzeiten die Aufmerksamkeitsgrenze? · Wo steht die zweite 60-Euro-Grenze?

Zwei Vorschriften nennen beim Sachbezug den Wert von 60 Euro, und sie regeln Verschiedenes. R 19.6 Abs. 1 Satz 2 der Lohnsteuer-Richtlinien 2023 bezeichnet Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 60 Euro als Aufmerksamkeiten,LStR 2023 · 2023 die aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden und nicht zum Arbeitslohn gehören. § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG nennt 60 Euro als den Preis, bis zu dem eine dem Arbeitnehmer während einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte gestellte Mahlzeit mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert anzusetzen ist.§ 8 EStG · 2026 Die erste Grenze entscheidet, ob überhaupt Arbeitslohn vorliegt; die zweite entscheidet, mit welchem Wert ein Vorteil anzusetzen ist. Die Aufmerksamkeitsgrenze kommt in § 8 EStG nicht vor. Innerhalb derselben Richtlinie trägt R 19.6 Abs. 2 Satz 2 die Zahl noch einmal, für Speisen anlässlich eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes,LStR 2023 · 2023 und bleibt damit im Regime der Aufmerksamkeiten.

Quellen

  1. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Besteuerung des Arbeitslohns, Lohnsteuer-Richtlinien 2023Verwaltungsvorschrift, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22anzuwenden ab 1. Januar 2023
  2. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetz29. Juni 2026
  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Was regelt die 80-Euro-Grenze der Sozialversicherungsentgeltverordnung?

Auch gefragt: Ist die 80-Euro-Grenze eine zusätzliche Freigrenze? · Für welche Zuwendungen gelten die 80 Euro?

Die 80 Euro der Sozialversicherungsentgeltverordnung sind keine Freigrenze und kein Freibetrag, sondern eine Bewertungsvereinfachung im Beitragsrecht. § 3 Abs. 3 Satz 4 SvEV erklärt die Sätze 1 bis 3 desselben Absatzes für Sachzuwendungen im Wert von nicht mehr als 80 Euro entsprechend anwendbar, die der Arbeitnehmer für Verbesserungsvorschläge sowie für Leistungen in der Unfallverhütung und im Arbeitsschutz erhält.§ 3 SvEV · 2026 Nach Satz 1 dürfen solche Zuwendungen mit dem Durchschnittsbetrag der pauschal versteuerten Waren und Dienstleistungen angesetzt werden, und zwar nur, wenn sie pauschal versteuert werden und der Arbeitgeber den vom Beschäftigten zu tragenden Teil des Gesamtsozialversicherungsbeitrags übernimmt.§ 3 SvEV · 2026 Die Modalität lautet können und nicht müssen. Mit der Freigrenze für einen Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG hat die Zahl nichts zu tun: andere Rechtsgrundlage, anderer Rechtskreis, andere Population.

  • Geprüft von: Sachbezug-Index

Quellen

Stufe A · Primärquelle: Das Dokument, das die Angabe selbst setzt.

  1. Einkommensteuergesetz, § 8 EinnahmenGesetzFassung vom 29. Juni 2026
  2. Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 34 Steuerfreie Leistungen zur betrieblichen GesundheitsförderungGesetzFassung vom 29. Juni 2026
  3. Lohnsteuer-Richtlinien 2023, Fassung der Bundesrat-Drucksache 455/22 vom 15.09.2022Verwaltungsvorschriftanzuwenden ab 1. Januar 2023
  4. Sozialversicherungsentgeltverordnung, § 3 Sonstige SachbezügeVerordnungFassung vom 16. Januar 2026